Something is calling.

Ich interessiere mich für die Gedanken, Wünsche und Prozesse der Menschen. Ich arbeite als Coach, da sollte das klar sein. Aber ich tue es auch, wenn ich ganz rollenfrei unterwegs bin. Ich tue es aus einem inneren Wunsch heraus. Dem Wunsch, verstehen zu wollen, klarer zu sehen. Und das zuallererst für mich selbst.

Heute möchte ich Ihnen von meiner Beobachtung berichten, die ich das "Calling" nenne. Es beginnt, wenn sich irgendwo ein Gefühl, eine Sehnsucht oder eine Unzufriedenheit einstellt, naja, eher einnistet. Es fühlt sich an, als ob die eigene (Komfort-)Zone, also das Bekannte, nicht mehr ganz passen will. Und man überlegt, ob es außerhalb seines derzeitigen Radius nicht irgendwo einen "Stern" gibt, nach dem es sich zu greifen lohnen könnte. Ohne zu wissen, wo dieser liegt, wie er aussieht und vor allem wie man dorthin kommen könnte.

Die Auslöser für dieses Gefühl, diese Sehnsucht, scheinen verschiedenster Natur zu sein. Meiner Beobachtung nach finden Sie ihren Ursprung im Beginn von Reflexion und Veränderungen unterschiedlichster Art. Beides erfordert Denken UND Fühlen. Und da geht es los, das Calling. Die Wahrnehmung dieses Rufes, der meist noch sehr unspezifisch ist, führt viele Menschen in die Verwirrung, in ein Chaos. Es fühlt sich erst einmal an wie ein Feind, der einem die Ruhe raubt. Oft versucht man, es einfach zu unterdrücken, es in die letzte Ecke seines Kopfes und seines Herzens zu drängen, in der Hoffnung, es möge dort einfach wieder verschwinden. Oder man verfällt in wilden Aktionismus, um aus der Angst vor dem Unbekannten, Kompensation zu betreiben.

Ebenso herausfordernd gestaltet sich die Kommunikation nach Außen. Das Verständnis vieler im eigenen Umfeld scheint begrenzt. Denn nach Außen hin scheint doch alles "gut" zu sein. "Ein guter Job", "eine gute Beziehung", "gutes Einkommen", warum und wozu sollte es da eine Sehnsucht geben? An dieser Stelle kommen dann oft Coaches oder systemische Berater ins Spiel. Beruflich bedingt haben wir Erfahrung darin, die Dinge erst einmal wertfrei anzunehmen und dabei zu unterstützen, das Calling mehr und mehr zu spezifizieren.

Und das ist wichtig! Denn das echte Calling lässt sich nicht einfach verdrängen. Es ist dazu da, dass man sich mit ihm auseinandersetzt. Es möchte ein Bewusstsein schaffen für wichtige Lebens-Fragen. Es ist ein Zeichen für einen anstehenden Entwicklungsprozess!

Das Schöne am Calling ist, man kann ihm vertrauen, wenn man in der Lage ist, sich selbst zu vertrauen (was nicht immer ganz einfach ist). Begegnet man ihm mit Offenheit und Entspannung, schärft es die eigenen Sinne für ein anderes Bewusstsein, aus dem im Laufe der Zeit ein neuer Weg entstehen wird.

Kennen Sie es auch? Das Calling? Dann wünsche ich Ihnen vor allem Vertrauen in sich selbst und darin, dass sie Ihren Weg finden werden. Oder Ihr Weg Sie!

 

Herzlichst, Ihre Jessica Calaminus

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